evcc vs openWB 2026: Welches HEMS gewinnt?
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Kurzantwort: Welches Modell für wen?
evcc ist die richtige Wahl, wenn du eine reine Software auf deinem eigenen Mini-PC oder Raspberry Pi laufen lassen willst, maximal flexibel bist und vom Wechselrichter bis zur Wärmepumpe alles in einer Logik haben möchtest. openWB ist die richtige Wahl, wenn du eine fertige Box mit eingebauter Wallbox-Funktion möchtest, Plug-and-Play, in Deutschland gefertigt, Hersteller-Support inklusive. Hardware-Investment: evcc startet bei rund 130 Euro, openWB series2 standard+ bei rund 1 700 Euro (mit eingebauter 11-kW-Wallbox). Beide sind Open Source, beide regeln in 1-Sekunden-Intervallen, beide schalten Phasen sauber um.
Vergleich auf einen Blick
Shelly 3EM Pro Energiezähler
Beide Systeme steuern nur so gut, wie sie messen: Ohne saubere Hauszähler-Erfassung gibt es keine Überschussladung.
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| Kriterium | evcc | openWB |
|---|---|---|
| Lizenz | Open Source (Apache 2.0) | Open Source (Software) |
| Form | Reine Software | Software ODER fertige Box |
| Hardware-Bedarf | RasPi/Mini-PC ab 90 Euro | openWB series2 ab 500 Euro (Controller) oder 1 700 Euro (mit WB) |
| Regelgeschwindigkeit | 1 Sekunde | 1 Sekunde |
| Phasenumschaltung | Ja, mit Hysterese | Ja, mit Hysterese |
| Zähler-Unterstützung | Modbus generisch + viele Modelle | 25+ Modelle, fest geprüft |
| Multi-Wallbox | Unbegrenzt | Bis 8 (Master-Slave) |
| Lastmanagement | Hausanschluss-Schutz, prioritätsbasiert | Hausanschluss-Schutz, prioritätsbasiert |
| Community-Größe | Sehr groß (10k+ Discord) | Groß (4k+ Forum, deutschsprachig) |
| Hersteller-Support | Nein (Community) | Ja, openWB GmbH |
evcc im Detail
evcc startete 2019 als Hobby-Projekt von Andreas Linde und wuchs zur Referenz-Software für PV-Überschussladen im DACH-Raum. Sie läuft auf jeder Linux-Hardware, Raspberry Pi 3/4/5, Synology NAS, Mini-PCs, sogar im Docker-Container neben Home Assistant. Lizenz: Apache 2.0. Die Software ist komplett kostenlos, ein optionaler Sponsor-Status bei evcc.io schaltet Profi-Features wie cloudbasierte SoC-Schätzung frei.
Stärke: extreme Hardware-Flexibilität. evcc spricht über 60 Wallbox-Modelle, alle gängigen Wechselrichter, viele Batteriespeicher, Wärmepumpen mit SG-Ready oder Modbus und sogar Smart-Plug-Heizstäbe. Die Konfiguration läuft seit Version 0.130 zu großen Teilen über die Web-UI, YAML ist nur noch für Spezialfälle nötig. Updates kommen praktisch wöchentlich, große Releases monatlich. Setup-Aufwand für den Erstaufbau: 2 bis 4 Stunden, wenn du mit Linux umgehst.

Was evcc von vielen kommerziellen HEMS abhebt, ist die Tiefe der Lade-Modi und das nahtlose Zusammenspiel mit Tarif-APIs. Ein Loadpoint kann auf PV-only stehen, ein anderer auf MIN+PV mit garantierter Mindestladung, ein dritter im Smart-Tarif-Modus gegen die Tibber-Preiskurve. Diese Flexibilität gibt es bei openWB ebenfalls, allerdings stark an die mitgelieferte Hardware-Plattform gebunden.
openWB im Detail
openWB wurde 2018 als kombinierte Hardware-Software-Lösung in Deutschland (Schwäbisch Gmünd) entwickelt. Die Software ist Open Source, die Hardware bietet die openWB GmbH als series2 in mehreren Varianten: standalone Controller (rund 500 Euro), als Wallbox mit 11 kW oder 22 kW (rund 1 700 bis 2 200 Euro) oder als Kombi mit MID-Zähler. Stärke: alles ein Bauteil. Box anschrauben, Strom anschließen, einrichten, fertig.
Die Software heißt seit 2022 openWB software2, ist auf Python umgestellt und sauberer modularisiert. openWB spricht 25+ Zählermodelle (Carlo Gavazzi, ABB, SMA HomeManager 2.0, B-Control u. a.), alle gängigen Wechselrichter und unterstützt Master-Slave für bis zu 8 Boxen. Multi-Wallbox-Lastmanagement ist seit Jahren produktionsreif, in WEG-Garagen mit 6 bis 8 Stellplätzen ist openWB praktisch Standard.
Die Box selbst ist robust: Aluminiumgehäuse, IP54, geprüft nach VDE-AR-N 4100 und IEC 61851. Lieferung erfolgt mit Vorkonfiguration auf Wunsch, Elektriker schließt an, scannt einen QR-Code, fertig. Die Hardware-Software-Kombination spart Stunden an Setup-Zeit gegenüber einer freien Software-plus-Wallbox-Kombination. Updates kommen über die Web-UI, kein Cloud-Account nötig. Wer eine fertige Box im Wohnbereich oder Carport sucht, ohne sich mit Linux, Docker oder YAML zu befassen, findet bei openWB einen der wenigen integrierten Hardware-HEMS-Anbieter Deutschlands. Der Hersteller bietet bei Hardware-Defekten Austausch im Tausch-Service und hält die Modelle in der Regel über mindestens 5 Jahre mit Software-Updates aktuell, sowohl die series1 von 2018 als auch die aktuelle series2 erhalten weiter Patches.

Ein wichtiger Praxispunkt: openWB liefert das Lastmanagement-Modul out-of-the-box, ohne Zusatz-Lizenz. Bei vielen kommerziellen Konkurrenten kostet diese Funktion Aufpreis oder läuft nur mit hauseigenen Wallboxen. openWB akzeptiert in der Master-Rolle auch Wallboxen anderer Hersteller per Modbus oder OCPP als Slave.
Direkter Praxis-Vergleich
Szenario 1, DIY-Linux-Fan, RasPi vorhanden, eine Wallbox: evcc-Container hochziehen, YAML oder UI konfigurieren, fertig. Kosten: rund 0 Euro plus 90 Euro für den RasPi (falls nicht vorhanden). Sieger: evcc.
Szenario 2, Möchte fertige Box, keine Bastelei, eine Wallbox: openWB series2 standard+ mit 11 kW. Elektriker baut ein, Web-UI konfiguriert, läuft. Kosten: rund 1 700 Euro. Sieger: openWB.
Szenario 3, WEG-Tiefgarage, 6 Wallboxen, gemeinsamer Hausanschluss: Beide können Multi-Wallbox-Lastmanagement, openWB hat hier durch jahrelangen Feldeinsatz einen kleinen Reife-Vorsprung, evcc hat in den letzten 12 Monaten aufgeholt. Sieger: knapp openWB, mit evcc als gleichwertige Alternative wenn ein Linux-Server da ist.

Szenario 4, Tibber-Tarif plus PV plus Wärmepumpe plus E-Auto: evcc spricht alle vier in einer Logik, openWB die ersten drei, Wärmepumpe-Integration ist bei openWB Stand Mai 2026 noch limitiert. Sieger: evcc.
Szenario 5, Hersteller-Support nötig, weil du keine Zeit für Forum-Suche hast: openWB hat deutschsprachigen Service, evcc nur Community. Sieger: openWB.
Pro/Contra-Übersicht
- Reine Software, läuft auf jeder Linux-Hardware
- Hardware-Investment ab 90 Euro (RasPi)
- Größte Wallbox-/Wechselrichter-Kompatibilität
- Tiefste Wärmepumpen-Integration
- Wöchentliche Updates, riesige Discord-Community
- Eigenen Server bereitstellen
- Setup mit Linux-Grundwissen einfacher
- Kein Hersteller-Support, nur Community
- Plug-and-Play-Box mit integrierter Wallbox-Option
- Deutscher Hersteller-Support
- Multi-Wallbox-Lastmanagement seit Jahren reif
- MID-/Eichrechts-Variante verfügbar
- Hardware ab 500 Euro (Controller) bzw. 1 700 Euro (mit Wallbox)
- Wärmepumpen-Integration noch limitiert
- Multi-Wallbox-Limit bei 8 Boxen
Unsere Empfehlung
Bist du im DIY-Linux-Lager, hast schon einen RasPi für Pi-hole oder Home Assistant am Laufen und willst maximale Hardware-Vielfalt: evcc. Die Software ist die Referenz im DACH-Markt und kostet keinen Cent. Möchtest du eine fertige Box aus deutscher Fertigung, die der Elektriker einbaut und du nur noch konfigurierst: openWB series2 standard+. Der Aufpreis von rund 1 000 Euro gegenüber einer Standard-Wallbox plus RasPi ist gerechtfertigt, wenn du dafür Hersteller-Support, ein einziges Gerät und produktionsreifes Multi-Wallbox-Lastmanagement bekommst. WEG-Setups mit 5+ Wallboxen profitieren von openWB; reine EFH-Setups mit einem Auto sind mit evcc fast immer günstiger und gleichwertig. Beide laufen sauber mit Tibber, aWATTar und allen gängigen Wechselrichtern.
Häufige Fragen
Ist openWB-Software auch ohne openWB-Hardware nutzbar?
Ja, openWB software2 läuft auf jedem RasPi und ist Open Source. Allerdings verliert sie ohne die openWB-Hardware einen Teil ihrer Plug-and-Play-Vorteile, auf reiner Software-Ebene ist evcc in den meisten Punkten flexibler und besser integriert.
Welches HEMS hat die bessere PV-Überschuss-Regelung?
Beide regeln in 1-Sekunden-Intervallen und schalten Phasen mit einstellbarer Hysterese. In Vergleichstests von Heise und PV-Magazine zeigten beide nahezu identische Eigenverbrauchsquoten (rund 75 bis 82 Prozent je nach PV-Größe und Fahrprofil). Der Unterschied liegt eher in der Konfigurations-Tiefe als in der Regelqualität.
Kann ich von evcc auf openWB wechseln (und umgekehrt)?
Ja. Beide sind herstellerunabhängig auf der Wallbox-Seite, du behältst deine Hardware. Die Konfiguration musst du neu aufsetzen, das ist ein Nachmittag Arbeit. Die Wallbox spricht weiter Modbus oder OCPP, egal welcher Controller davor sitzt.
Welches System läuft besser mit Tibber und aWATTar?
Beide haben native Integration. evcc unterstützt zusätzlich aWATTar HOURLY und Octopus Energy (UK), openWB konzentriert sich auf den deutschsprachigen Markt mit Tibber, aWATTar und Voltego. Praxis: kein nennenswerter Unterschied bei Tibber.
Lohnt sich openWB für ein einfaches EFH mit einem Auto?
Nur bedingt. Wenn du Wert auf eine fertige Box mit deutschem Support legst, ja. Wenn das Budget knapp ist und du bereit bist, einen RasPi zu betreiben: nein, evcc plus go-eCharger oder Pulsar Plus ist deutlich günstiger und funktional gleichwertig.
⚡Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Smart-Home-Installationen können elektrische Verkabelung erfordern und müssen den lokalen Bauvorschriften entsprechen. Arbeiten an der Elektrik sollten nur von einem zugelassenen Elektriker durchgeführt werden.
Veröffentlicht durch die Stromdiagnose-Redaktion. Veröffentlicht am 31. August 2026. Aktualisiert am 23. September 2026.
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