Wallbox FI Typ A oder Typ B: Der richtige RCD
Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir möglicherweise eine kleine Provision — ohne Mehrkosten für dich. Das hilft uns, weiterhin kostenlose Inhalte zu erstellen.

Kurzdiagnose
Eine Wallbox braucht Schutz gegen Gleichfehlerströme. Es gibt zwei Wege: einen FI vom Typ B (erkennt AC- und glatte DC-Fehlerströme) oder einen FI vom Typ A in Kombination mit einer integrierten DC-Fehlerstromerkennung (RDC-DD/RCM) in der Wallbox. Hat deine Wallbox die DC-Erkennung bereits eingebaut, reicht ein Typ-A-RCD. Fehlt sie, ist ein Typ-B-RCD zwingend. Die Auswahl trifft immer die Elektrofachkraft.
Warum braucht eine Wallbox überhaupt DC-Schutz?
Beim Laden eines E-Autos können im Fehlerfall nicht nur die üblichen Wechselfehlerströme (AC) auftreten, sondern auch glatte Gleichfehlerströme (DC). Ein normaler FI vom Typ A erkennt glatte Gleichfehlerströme nicht zuverlässig, er könnte „erblinden" und im Ernstfall nicht auslösen. Genau deshalb verlangt die Norm einen zusätzlichen Schutz gegen DC-Fehlerströme.
Die relevante Schwelle liegt bei 6 mA glattem Gleichfehlerstrom. Ab diesem Wert muss eine Schutzeinrichtung abschalten, um den vorgelagerten Typ-A-FI funktionsfähig zu halten und Personen zu schützen.

Die zwei zugelassenen Lösungen im Vergleich
| Variante | Was sie leistet | Voraussetzung | Kosten grob |
|---|---|---|---|
| FI Typ B | Erkennt AC- und glatte DC-Fehlerströme komplett | Eigener Schutzschalter im Verteiler | höher (oft 150-300 €) |
| FI Typ A + RDC-DD/RCM in Wallbox | Typ A für AC, integrierte Elektronik überwacht DC ab 6 mA | Wallbox mit eingebauter DC-Erkennung | günstiger (Typ A + Box-Funktion) |
Wann Typ A genügt
Sehr viele moderne Wallboxen haben die DC-Fehlerstromerkennung (oft als RDC-DD oder 6-mA-DC-Erkennung bezeichnet) bereits werkseitig integriert. Steht das im Datenblatt, reicht im Verteiler ein günstiger FI vom Typ A. Die Box übernimmt den DC-Teil selbst und schaltet bei einem glatten Gleichfehlerstrom ab.
Wann Typ B Pflicht ist
Fehlt der Wallbox die integrierte DC-Erkennung, muss ein FI vom Typ B davor. Er erkennt sämtliche Fehlerstromarten inklusive glattem Gleichstrom. Typ B ist teurer, aber bei Boxen ohne eigene DC-Überwachung unverzichtbar, ein bloßer Typ A wäre hier nicht normkonform.
Schritt für Schritt zur richtigen Wahl
- Datenblatt der Wallbox prüfen: Suche nach „DC-Fehlerstromerkennung", „RDC-DD", „RCM" oder „6 mA DC".
- Vorhanden: Box bringt DC-Erkennung mit → ein Typ-A-RCD im Verteiler genügt.
- Nicht vorhanden: Box ohne DC-Erkennung → ein Typ-B-RCD ist zwingend.
- Bestehende Absicherung kontrollieren lassen: Die Fachkraft prüft, welcher FI bereits verbaut ist und ob er den Wallbox-Stromkreis exklusiv schützt.
- Eigener Stromkreis: Die Wallbox braucht einen separaten Stromkreis mit eigenem FI und Leitungsschutzschalter.
- Einbau und Prüfung: Auswahl, Einbau und Funktionsprüfung des RCD erledigt ausschließlich die Elektrofachkraft.

Worauf du beim Wallbox-Kauf achten solltest
Wallbox fürs E-Auto gesucht?
Die Elli Wallbox von Volkswagen lädt dein E-Auto zuverlässig zu Hause – kompatibel mit PV-Überschussladen und dynamischen Stromtarifen.
AnzeigeDa Typ-B-FIs deutlich teurer sind, lohnt sich beim Kauf der Blick aufs Datenblatt. Eine Wallbox mit integrierter DC-Fehlerstromerkennung spart die Mehrkosten für den Typ-B-RCD.
- Achte auf den Hinweis „DC-Fehlerstromerkennung integriert" oder „RDC-DD".
- So genügt im Verteiler ein günstiger Typ-A-FI.
- Frag deine Elektrofachkraft vor dem Kauf, was am vorhandenen Verteiler sinnvoll ist.
- Plane immer einen eigenen Stromkreis nur für die Wallbox ein.

FI-Typen im Überblick: was wofür gilt
Damit klar wird, warum Typ A und Typ B sich grundsätzlich unterscheiden, hilft ein Blick auf die gesamte FI-Familie. Jeder Typ erkennt einen anderen Umfang an Fehlerstromarten.
| FI-Typ | Erkennt | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Typ AC | nur reine Wechselfehlerströme | für Wallboxen unzulässig |
| Typ A | AC + pulsierende Gleichfehlerströme | Wallbox nur mit DC-Erkennung in der Box |
| Typ F | wie A + Mischfrequenzen | Frequenzumrichter, nicht Pflicht für Wallbox |
| Typ B | AC, pulsierend und glatter DC | Wallbox ohne integrierte DC-Erkennung |
Der reine Typ AC scheidet für Ladepunkte komplett aus, weil er glatte Gleichfehlerströme gar nicht erfasst. Entscheidend für die Wallbox ist immer die Frage: Kommt der DC-Schutz aus der Box selbst (dann Typ A) oder muss er über den Schutzschalter abgedeckt werden (dann Typ B)?
Häufige Irrtümer rund um den Wallbox-FI
Beim Thema Fehlerstromschutz kursieren einige Missverständnisse, die zu falschen Kaufentscheidungen führen.
- „Mehr FI ist immer sicherer": Ein zusätzlicher, falsch verschalteter FI kann zu Fehlauslösungen führen. Maßgeblich ist die normgerechte Auswahl, nicht die Anzahl.
- „Typ B ist immer Pflicht": Nicht mehr. Viele aktuelle Boxen bringen die 6-mA-DC-Erkennung mit, dann genügt Typ A.
- „Der Haushalts-FI reicht mit": Die Wallbox braucht einen eigenen Stromkreis mit eigenem FI, nicht den gemeinsam genutzten der Wohnung.
- „Das kann ich selbst tauschen": Arbeiten im Verteiler sind ausschließlich Sache der Elektrofachkraft.

Wer diese Punkte kennt, vermeidet Fehlkäufe und kann mit der Fachkraft auf Augenhöhe besprechen, welche Lösung am vorhandenen Verteiler die sinnvollste ist.
Das Wichtigste in Kürze
Typ A genügt nur, wenn die Wallbox eine DC-Fehlerstromerkennung integriert hat, sonst ist Typ B Pflicht. Prüfe das Datenblatt deiner Box, bevor du den FI auswählst. Die normgerechte Entscheidung und der Einbau gehören in jedem Fall in die Hand der Elektrofachkraft. Mehr findest du in der Wallbox-lädt-nicht-Checkliste und im Wallbox-Ratgeber.
Häufige Fragen
Reicht für jede Wallbox ein FI vom Typ A?
Nein. Ein Typ-A-FI allein genügt nur, wenn die Wallbox eine integrierte DC-Fehlerstromerkennung ab 6 mA mitbringt. Fehlt diese Funktion, erkennt der Typ A glatte Gleichfehlerströme nicht zuverlässig und ein FI vom Typ B wird zwingend erforderlich. Das Datenblatt der Box gibt die entscheidende Auskunft.
Was bedeutet RDC-DD bei einer Wallbox?
RDC-DD steht für eine Schutzeinrichtung, die glatte Gleichfehlerströme erkennt und bei 6 mA abschaltet. Ist sie in der Wallbox integriert, übernimmt die Box den DC-Schutz selbst, und im Verteiler reicht ein einfacher Typ-A-FI. Das spart die Mehrkosten eines Typ-B-Schutzschalters und ist normkonform.
Warum ist ein FI vom Typ B so viel teurer?
Ein Typ-B-FI muss sämtliche Fehlerstromarten inklusive glatter Gleichströme über einen weiten Frequenzbereich erkennen. Das erfordert deutlich aufwendigere Elektronik als beim Typ A, der nur Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme erfasst. Diese Mehrkomplexität schlägt sich im Preis nieder, der oft das Mehrfache eines Typ-A-FI beträgt.
Kann ich den FI für die Wallbox selbst einbauen?
Nein. Arbeiten an Fehlerstromschutzschaltern, im Zählerschrank und am festen Wallbox-Anschluss sind ausschließlich einer eingetragenen Elektrofachkraft vorbehalten. Sie wählt den passenden RCD nach Norm aus, baut ihn fachgerecht ein und prüft die Schutzfunktion. Eigenmächtige Arbeiten sind gefährlich und unzulässig.
⚡Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Smart-Home-Installationen können elektrische Verkabelung erfordern und müssen den lokalen Bauvorschriften entsprechen. Arbeiten an der Elektrik sollten nur von einem zugelassenen Elektriker durchgeführt werden.
Veröffentlicht durch die Stromdiagnose-Redaktion. Veröffentlicht am 17. August 2026. Aktualisiert am 15. September 2026.
Verantwortlich i.S.d. § 18 MStV: siehe Impressum.
Fehler entdeckt oder ergänzende Erfahrung? korrektur@stromdiagnose.de
Mehr entdecken
Alle Artikel auf Stromdiagnose →
Laden zu Hause besser einordnen
Neue Diagnose-Guides und Rechner zu Wallbox, PV-Überschuss und dynamischen Tarifen. Sachlich, kompakt, ohne Produktdruck.
🎁 Gratis dazu: PV-Überschuss-Lade-Checkliste
Das könnte dich auch interessieren

Wallbox-Leitung verlegen: Querschnitt, Weg und Kosten planen
Der Leitungsweg vom Zählerschrank zur Wallbox entscheidet über die halben Installationskosten. Welcher Querschnitt bei welcher Länge zählt und wie du den Weg clever planst.

FI Typ A oder B für die Wallbox? Der Unterschied
Typ-A-FI erkennt keine glatten DC-Fehlerströme — für Wallboxen ist deshalb Typ B oder Typ A plus DC-Erkennung Pflicht. So liegt der Unterschied wirklich.

Günstige Wallbox vs. Premium: Wann lohnt sich was?
Eine 400-Euro-Wallbox lädt genauso schnell wie eine für 1000 Euro. Wo der Aufpreis berechtigt ist und wo du sparen kannst.